K E I N E  F A X E N  M E H R  B E I M  F A X E N

- zur Problematik des automatischen Faxempfangs
- Bastellvorschlag zum automatischen Einschalten des Computers

von E.Gssgen  


A.  DAS PROBLEM  

Sie kennen es bestimmt auch:  
Da ist man Besitzer eines Computers, der mit dem entsprechenden Modem und  einer
passenden Software sehr gut in der Lage wre, fr den Faxbetrieb eingesetzt zu
werden. Man erwhnt dies auch oft genug gegenber Freunden und Verwandten, wenn
es mal wieder darum geht, plausibel zu machen, fr was so ein Computer alles zu
gebrauchen ist. Man spart sich die  (auch heute noch nicht ganz billige)
Anschaffung eines Faxgertes (mit allen Folgekosten), arbeitet wesentlich
komfortabler und faxt darberhinaus auch noch besonders umweltfreundlich. Denn
die meiste "Faxerei" spielt sich vllig papierlos ab, nur ab und zu werden
wichtige Dokumente einmal ausgedruckt.  
Also, ...faxen mit dem Computer... ja bitte!  
Aber dann wird insbesondere der Kritiker immer wieder zum Zeugen eines  geradezu
lcherlichen Schauspiels:
Das Telefon klingelt bei unserem "Computerfaxer". Der verlt gelangweilt den 
Kaffeetisch  und nimmt den Telefonhrer ab. Doch er hrt nicht wie erwartet 
Omas vertraute Stimme, sondern es dringt das schrille Zirpen eines fremden 
Telefaxgertes an sein verblfftes Ohr.  Ach so, da will ihm jemand ein Fax
schicken!?  Und jetzt beginnt ein ulkiger Wettlauf mit der Zeit. Nur wer eine
schnelle  Reaktion und/oder schnelle Computerhardware hat, kann den Wettlauf
gewinnen: ... hinstolpern zum Computer * schnell das System hochfahren * ach, wo
ist denn schon wieder die Startdiskette * Faxsoftware starten * Fax
entgegennehmen...
... oh, zu langsam, das Faxgert auf der Gegenseite wollte nicht so lange warten
und hat wieder aufgelegt... Hoffentlich versucht es das Faxgert noch einmal.
Man wartet gespannt. Und tatschlich, nach wenigen Minuten klingelt das Telefon
erneut. Man lie schlauerweise den Rechner gleich eingeschaltet und nimmt von
dort aus den  Anruf entgegen...  
Doch was ist das? Kein Telefax kommt herein. Man hrt nur durch den Lautsprecher
des Modems die verzweifelte Stimme der Oma, die sich gerade zum  Kaffee anmelden
wollte und jetzt durch ein wildes Gezirpe im Telefon zur  Verzweiflung gebracht
wird.
So oder hnlich sieht es doch in der Praxis aus: Das Entgegennehmen von Faxen 
geht nur gut nach vorheriger telefonischer Absprache. Und wenn mal keiner zu 
Hause ist, geht berhaupt nichts.  
Also, ...faxen mit dem Computer... nein danke?! 


B. DIE LSUNG  

I. So sollte es sein!
Wenn das Telefon klingelt, schaltet sich automatisch die komplette
Computeranlage (incl. Modem) ein, fhrt hoch und nimmt dank der sinnvoll
vorinstallierten Software den Anruf entgegen!  Die Software erkennt nun, ob es
sich bei dem Anrufer um einen Menschen,  ein Faxgert oder ein Datenmodem
handelt. Je nachdem steuert es die weiteren  Aktionen.  Hier warten wir
besonders gespannt auf die Version 2.5 von Wolfgang Wanders "CONNECT"!  Einem
menschlichen Anrufer wird die Funktion eines (beraus intelligenten) 
Anrufbeantworters angeboten, ein anrufendes Faxgert darf sein Fax loswerden 
und auch ein Modem, das einen Datenaustausch wnscht, wird bedient. Wenn man nun
zu Hause ist, kann man dem Computer jederzeit den Anruf  "wegnehmen", indem man
das Telefon abhebt, das einfach an den Ausgang des  Modems angeschlossen ist. 
Wenn der Anruf (in welcher Form auch immer) beendet ist, hat der Computer  noch
ausreichend Zeit, das Fax, die gesprochene Nachricht oder die  eingegangenen
Daten auf die Festplatte abzuspeichern. Dann wird er komplett  ausgeschaltet und
nur eine kleine Warteschaltung verbraucht im Standby-Modus minimale Energie
(wenige Milliampere).
Wenn unser "Computerfaxer" jetzt nach Hause kommt, macht ihn eine blinkende 
Leuchtdiode darauf aufmerksam, da sich in seiner Abwesenheit etwas getan  hat.
Und wenn er seinen Rechner jetzt anschaltet, findet er auf seiner  Festplatte
die eingegangenen Informationen.  
...So sollte es sein!  


II. So bringt man es zum Funktionieren!
Mit ein wenig menschlicher und digitaler Logik lt sich (fast) jedes Ziel
erreichen.  Im Folgenden soll ausfhrlich und in sinnvollen Schritten
beschrieben werden,  wie die Lsung realisiert werden kann. Bitte ziehen Sie
dabei immer die  entsprechenden Schaltplne hinzu.  

1. Doch zu Beginn ein paar unumgngliche Vorbemerkungen:  
Obwohl die hier beschriebenen Schaltungen weder kompliziert noch schwer 
nachzubauen sind, sollten sich an den Nachbau nur diejenigen wagen, die schon 
etwas Erfahrung mit Elektronik haben. Besonders weil die Schaltung mit 
Netzspannung arbeitet, ist ein gewissenhafter Umgang damit (lebens*)  notwendig!
 Die einschlgigen VDE- und Sicherheitsbestimmungen mssen unbedingt 
eingehalten werden! Jeder, der sich dabei berfordert fhlt, kann bei der
Endmontage ja  einen Fachmann zu Rate ziehen, der ihm den Netzanschlu vornimmt.
 Sofern ein direkter Eingriff in die Telefonleitung vorgenommen wird, kommt 
dies natrlich nur fr Nebenstellenanlagen in Frage. Die Lsung mit der 
akustischen Anruferkennung dagegen verstt gegen keinerlei Verbote der Telekom.
Bedenken Sie bitte auch, da jeder Eingriff in ein Gert einen  Garantieverlust
mit sich bringen kann.
Doch nun an die Arbeit!  

2. Das Hauptmodul
Wenn das Telefon klingelt und keiner zu Hause ist, brauchen wir zunchst einmal
ganz einfach  einen Schalter, der es fr uns bernimmt, die komplette
Computeranlage einzuschalten, d.h. mit Netzstrom zu versorgen.  Diese Aufgabe
bernimmt unser "Hauptmodul".  Wenn Sie sich einmal den Schaltplan anschauen,
werden Sie feststellen,  da diese Platine einfach in die Hauptstromzufuhr der
Computeranlage  eingeschleift ist. Ihre Aufgabe ist es, ber das Relais 1 (oder
ber das ELR)  die Computeranlage bei Bedarf einzuschalten und spter nach
vollendeter Datenbertragung mit einer Ausschaltverzgerung von ca. 60 Sekunden
(wird zum  Abspeichern bentigt) wieder auszuschalten.  
Ich empfehle auf jeden Fall zum Schalten des Netzstroms ein modernes
elektronisches Lastrelais zu verwenden. Dies hat (auer dem etwas hheren Preis)
 nur Vorteile! Der bentigte Steuerstrom betrgt nur wenige Milliampere, so da 
der Ausgang des IC 1 in der Lage ist, das ELR direkt anzusteuern. Ein 10A-Typ 
z.B. drfte ausreichende Leistungsreserven zum kontaktlosen Schalten auch  einer
umfangreicheren Computeranlage haben.  Wer dennoch auf ein herkmmliches Relais
zurckgreifen mchte, findet beide Mglichkeiten im Schaltplan eingezeichnet.
Das Hauptmodul ist hauptschlich mit C-MOS-Logik realisiert worden. Es werden  3
IC's vom Typ 74 HC 221 (2 Monoflops mit Schmitt Trigger Eingngen)  verwendet. 
Diese Monoflops lassen sich durch Beschalten mit einem RC-Glied sehr gut fr 
Verzgerungsschaltungen mit den hier bentigten Zeiten verwenden. Auch bieten 
sie diverse Mglichkeiten sich gegenseitig sinnvoll zu beeinfluen.
IC 1 ist fr das richtig getimete Ein* und Ausschalten zustndig.  R4/C6 sorgt
fr die bentigte Ausschaltverzgerung von ca. 60 Sekunden.  Die Kombination aus
R1, R2 und C3 sorgt dafr, da die Stromversorgung mit einer
Einschaltverzgerung von ca. 1 Sekunde durchgeschaltet wird. Dies ist * wie im
nchsten Abschnitt genau beschrieben * ntig, damit die Telefonleitung  vom
Modem getrennt werden kann, bevor das Modem Strom erhlt.
IC 2 sorgt fr zweierlei:
a.) Bei manchen Modems (z.B. ZYXEL U-1496E +) gibt es folgendes Problem:  Wird
die Stromversorgung erst eingeschaltet, wenn schon ein Anruf anliegt,  dann geht
der Anruf verloren (durch den Reset des Modems beim Einschalten).  Da hilft ein
kleiner Trick! Zuallererst mu die Telefonleitung kurz (ca. 3 Sekunden) vom
Modem getrennt werden. Dann bekommt die Computeranlage und damit auch das Modem
Strom. Nach  Ablauf der 3 Sekunden wird die Telefonleitung wieder mit dem Modem
verbunden.  Dies ist fr den Funktionsablauf nicht strend, da der Rechner ja
sowieso  einige Zeit (20*30 Sekunden) zum Hochfahren bentigt.
Sie sollten diesen Sachverhalt bei Ihrem Modem testen! Dann wissen Sie, ob  Sie
diesen kleinen Trick anwenden mssen oder nicht.  Wenn nicht, knnen Sie einfach
folgende Bauteile weglassen: C9, R11, R10, T2,  D8, Relais 2, R14, LED 2, D6,
D7, R7. Die beiden Eingnge von IC 2 (PIN 1 und  2) sollten Sie dann auf +6V
legen. Darberhinaus kann man nun noch die  Funktion von IC 3 in IC 2
hineinverlegen und bentigt nur noch zwei 74 HC 221.
b.) Stellen Sie sich folgendes vor:
Nach getaner Arbeit schaltet unser Hauptmodul die Computeranlage aus. Die
Festplatte bentigt nun aber noch einige Sekunden (je nach Modell bis zu 20
Sekunden) bis sie stillsteht.  Whrend dieser Auslaufphase sollte man nicht
erneut einschalten. Das bedeutet  Stre fr die Festplatte (es geht auf die
Lager).  Deshalb sorgt IC 2 nach dem Ausschalten dafr, da bis zum Stillstand
der  Festplatte ein erneutes Einschalten nicht mglich ist. Die Zeitdauer dafr 
lt sich mit R9 einstellen.   Diese Funktion mu nicht unbedingt eingebaut
werden, ist aber sehr zu  empfehlen!
IC 3 registriert einen Anruf und schaltet die Blinkdiode LED 1 ein. Diese  zeigt
Ihnen an, da ein Anruf eingegangen ist. Durch Drcken des Resettasters  lt
sie sich lschen.
Ganz nebenbei befindet sich auf dem Hauptmodul auch noch die Stromversorgung 
fr die ganze Schaltung. Es handelt sich dabei um ein stabilisiertes
Kleinnetzteil mit einer Ausgangsspannung von ca. 6 Volt.
Mit dem Schalter S1 schalten Sie Ihre Computeranlage von Standby-Betrieb auf 
Dauerbetrieb und die Leuchtdiode LED 5 signalisiert den Standby-Betrieb Ihres 
Computers.
Die Leuchtdioden LED 2 bis 6 dienen nur der besseren Funktionskontrolle des 
Einschaltmoduls. Sie knnen natrlich auch weggelassen werden. Wenn man aber
moderne LOW-CURRENT-LED's verwendet, fllt der zustzliche Stromverbrauch (ca. 2
mA pro LED) kaum ins Gewicht und man behlt leichter die bersicht  ber die
Funktion der Schaltung:
LED 2 signalisiert das Trennen des Modems von der Telefonleitung
LED 3 signalisiert das Sperren der Schaltung bis zum Stillstand der Festplatte
LED 4 zeigt das Durchschalten des Lastrelais an
LED 5 zeigt Standby-Betrieb des Computers
LED 6 leuchtet bei jedem eingehenden Telefonklingelsignal   

3. Anruferkennung
ber den Eingang E 1 (Anruferkennung) wird unser Hauptmodul mit der  Information
versorgt, da ein Klingelsignal anliegt und die Computeranlage  eingeschaltet
werden soll.
Dafr sind 3 Mglichkeiten vorgesehen:  
a.) Am einfachsten ist es, ber die Ring-Detect-Leitung der seriellen
Schnittstelle die Anlage einzuschalten. Dazu braucht man nur den
Ring*Detect*Anschlu der seriellen Schnittstelle mit dem Eingang E 1 zu
verbinden. Bitte schauen Sie selber im Handbuch Ihres Computers nach der
Pinbelegung des betreffenden Steckers. Verschiedene Rechner verwenden auch
verschiedene Steckernormen. Der entscheidende Nachteil ist allerdings, da dazu
natrlich das Modem immer eingeschaltet sein mu. Wenn man immer empfangsbereit
sein will, rund um die  Uhr.   Und wer will das schon?
b.) Die eleganteste Lsung besteht in der direkten Erkennung und Verarbeitung 
der Klingelspannung auf der Telefonleitung. Dabei kann auch das Modem 
ausgeschaltet bleiben, der Stromverbrauch und die Wrmeentwicklung sind 
minimal. Dies kann durch das "Eingangsmodul 1" realisiert werden.
c.) Um den Eingriff in die Telefonleitung zu vermeiden, wird eine dritte 
Mglichkeit angeboten. ber ein Mikrofon wird das Klingeln des Telefons
registriert und ausgewertet. Hierbei ist ein wenig Experimentieren angesagt, um
eine gute Position fr das Mikrofon und die richtige Einstellung der 
Empfindlichkeit herauszufinden. Die dazugehrende Schaltung finden Sie unter der
Bezeichnung "Eingangsmodul 2".
Allen drei Methoden ist eine Problematik gemeinsam:
Sie knnen durch das Erkennen des Telefonklingelns das Hauptmodul nur zum 
Einschalten veranlassen. Wenn dann nach dem "Abheben" das Klingeln vorbei  ist,
wrde unser Hauptmodul durch die eingebaute und oben beschriebene 
Ausschaltverzgerung nach ca. 60 Sekunden automatisch abschalten. Das mag  zwar
vielleicht manchmal ausreichen. Aber bei einem lngeren Anruf oder einem 
mehrseitigen Fax ist diese Zeit zu kurz. Deshalb soll genau erkannt werden, wie
lange die Verbindung besteht. Und erst wenn die Verbindung beendet ist, soll
unser Hauptmodul (nach ca. 60 Sekunden Ausschaltverzgerung) abschalten.
Dazu wird bei anderen (auch kuflichen) Lsungen oft das DTR-Signal der 
seriellen Schnittstelle verwendet. Dies erscheint aber nicht sinnvoll, obwohl 
es recht einfach ist, an dieses Signal heranzukommen, da es auf der seriellen 
Schnittstelle vorhanden ist.
Wenn man z.B. das Programm QFAX verwendet, gibt es damit keine Probleme. QFAX 
setzt das DTR-Signal whrend des ganzen Faxempfangs auf High, um es nach Ende 
des Empfangs auf Low zu setzen. Damit kann man es als "Haltesignal" fr unser 
Hauptmodul verwenden. Andere Programme (z.B. CONNECT) verwalten das DTR-Signal
anders (wahrscheinlich sogar korrekter).
 Und schon beginnen die Probleme. Deshalb hlt der Autor es fr den saubersten
Weg, das Signal der OH-LED aus  dem Modem zu verwenden. Allein dies erscheint
als ein wirklich sicheres Indiz  fr die Dauer der Verbindung. Man wird wohl
davon ausgehen knnen, da jedes  saubere Programm nach getaner Arbeit das Modem
auflegen lt. Das DTR-Signal wird aber zur Zeit von Programm zu Programm anders
verwaltet.  Dies macht allerdings einen kleinen Eingriff im Modem notwendig. Ich
 beschreibe dies im Kapitel "Modemmodifikation". Wer dies vermeiden will, kann
anstatt der OH-Erkennung das DTR-Signal der seriellen Schnittstelle verwenden.
Auf jeden Fall ist eines dieser "Haltesignale" (DTR oder OH* Erkennung) an  den
Eingang E 2 des Hauptmoduls zu schalten (siehe Schaltplan)!    

4. Das Eingangsmodul 1
Normalerweise fhren die beiden Leitungen a und b der Telefonleitung eine 
DC-Betriebsspannung von ca. 50 Volt. Als Klingelsignal wird dieser
Gleichspannung eine 25*Hz*Wechselspannung von ca. 50 Veff berlagert. Der
Kondensator C10 koppelt die Gleichspannung ab, so da nur noch die
Klingelwechselspannung ausgewertet wird. Der Optokoppler trennt die
Telefonleitung galvanisch von der weiteren  Schaltung und wird bei einem
Klingelsignal im 50 Hz-Rhythmus durchgeschaltet.  Mit Untersttzung von R20 und
C11, die eine Zeitbasis realisieren, wird nun T4  bei jedem Klingelsignal
durchgeschaltet, was die Leuchtdiode LED 6  signalisiert. Das dadurch gewonnene
High-Signal steuert den Eingang E 1 des  Hauptmoduls an.

5. Das Eingangsmodul 2
Eine in die Nhe des Telefons gebrachte kleine ECM-Mikrofonkapsel nimmt das 
Klingelsignal auf. IC 4 verstrkt das Signal auf einen brauchbaren Wert. Mit 
dem Trimmer R27 knnen wir sehr gut die Verstrkung und damit die 
Empfindlichkeit regeln. Es sollte nur so empfindlich eingestellt werden, da 
beim Telefonklingeln die LED 6 gerade noch sicher durchschaltet. So reagiert 
unsere Schaltung dann auch nicht auf andere Gerusche in der Umgebung.  Wenn Sie
mit dieser Eingangsschaltung arbeiten wollen, lassen Sie einfach alle  Bauteile
des Eingangsmoduls 1 weg.

6. Modemmodifikation
Wenn man, wie oben nher erlutert, das OH-Signal des Modems verwenden mchte,
kommt man um einen Eingriff ins Modem nicht herum. Es sei denn, man  mchte das
Leuchten der OH-LED durch eine Fotodiode (Fototransistor) von  auen erkennen
und weiterverarbeiten. Dies erscheint dem Autor aber viel zu umstndlich, zumal
ein richtiger  Elektronikbastler eine ausgeprgt niedrige Hemmschwelle hat, wenn
es um das (neugierige) ffnen von elektronischen Gerten geht.  Das Modem zumal
werden wohl alle diejenigen schon von innen kennen, die einmal  die Eproms der
Firmware gewechselt haben.
... Also, nicht zuviel Respekt! (aber auch kein Leichtsinn!)
Nun kommt man allerdings um ein wenig Durchmessen und Nachverfolgen der 
Modemschaltung nicht herum. Dafr ist allerdings ein einfaches Multimeter 
ausreichend.  Die Leuchtdioden des Modems werden wohl auf jeden Fall ber einen 
Vorwiderstand mit Strom versorgt. Beim ZYXEL U-1496 (+) z.B geschieht dies  ber
Widerstands-Netzwerke von 330 Ohm. Ob beim Anliegen eines Klingelsignals nun
Masse oder die Betriebsspannung zur  OH-LED durchgeschaltet werden, mu man bei
seinem Modem selber herausfinden.  Beim ZYXEL U-1496 (+) wird Masse zu den
Leuchtdioden geschaltet.   Wenn man sich darber im Klaren ist, braucht man nur
eine einfache  Optokopplerschaltung, die parallel mit dem Leuchten der OH-LED
ein High-Signal  zum Eingang E 2 des Hauptmoduls durchschaltet. Sie finden dazu
einen prinzipiellen Schaltplan        (pat beim ZYXEL U-1496 (+)), der je nach
Modemtyp  leicht modifiziert werden mu. Diese kleine Schaltung findet auf einem
Quadratzentimeter Lochrasterplatine  Platz und verschwindet im Modem. Meistens
ist auf der seriellen Schnittstelle  ein Anschlu nicht benutzt (beim ZYXEL
U-1496 (+) z.B. Pin 12) und man kann  diese Leitung fr die bertragung des
neugewonnenen OH*Signals (zum  Hauptmodul) verwenden.
Hat man nun schon einmal im Modem "herumgeltet", ist es sehr ntzlich bei 
dieser Gelegenheit gleich die OH-LED gegen eine neue auszutauschen, die 
farblich aus der Galerie der Leuchtdioden heraussticht. So bleibt es  weiterhin
auch kein Geheimnis mehr, ob das Modem abgehoben hat oder nicht!

7. Tips zum praktischen Aufbau
Die oben beschriebenen Schaltungen knnen sowohl auf Lochrasterplatinen als 
auch auf gedruckten Platinen aufgebaut werden. Ein Platinenlayout dazu ist 
diesem Artikel beigefgt.
Wer seinen Computer in ein Desktop* oder Towergehuse eingebaut hat, hat leicht
lachen!  Er kann die komplette Einschaltautomatik dort verstauen. Am besten ist
es, wenn man in diesem Fall einen Einbau-Kaltgertestecker (mit integriertem
Sicherungsfach) in Verbindung mit einem Hauptschalter als Eingang fr die
gesamte Netzversorgung und eine Kaltgerte-Einbausteckdose als geschalteten
Ausgang verwendet. An diesen lt sich dann z.B. eine Steckdosenleiste
anschlieen, die vom Computer (Relais 1 oder ELR des Hauptmoduls) aus mit Strom
versorgt wird und an die alle weiteren Komponenten  der Anlage (Modem, Drucker,
Monitor, etc.) angeschlossen sind.  Der Schalter S1 mit der LED 5, die LED 1 und
der Resettaster werden gut  sichtbar an der Front angeordnet.
Ist man aber "trauriger" Besitzer von tausend Einzelgehusen und einem
Kabelverhau, so wird man nun stolzer Besitzer einer weiteren "Kiste". Man baut
sich die komplette Elektronik, hnlich wie oben beschrieben, in ein geeignetes
Gehuse ein, das dann in die Computerhauptstromzufuhr eingeschleift wird.
8. Das Platinenlayout
Das einseitige Platinenlayout wurde mglichst universell gehalten.  Man bestckt
evtl. nur teilweise mit den bentigten Bauteilen. Um sich nicht auf bestimmte
Bauformen fr die beiden mglichen Lastrelais  festlegen zu mssen, sind die
Relaisanschlsse nur als Ltaugen ausgefhrt.  Bitte beachten Sie die 4
Ltbrcken, die auf dem Bestckungsplan dick  eingezeichnet sind.  Fr den
Netzanschlu wurde eine 2 polige Anschluklemme vorgesehen. Alle  weiteren
Anschlsse knnen steckbar ber Ltngel und passende Steckschuhe  vorgenommen
werden.

9. Tips zur Software
Der ATARI TT zum Beispiel fhrt direkt nach dem Einschalten zunchst einmal 
einen ausfhrlichen Speichertest durch. Dieser lt sich zwar per Tastendruck 
abbrechen, aber wer soll den Tastendruck ausfhren, wenn keiner zu Hause ist?
Abhilfe schafft ein kleines Programm von J. Starzynski namens "WAIT.PRG". Es
schreibt ein kleines ausfhrbares Programm in den Bootsektor der  Startdiskette,
das nach einer vorwhlbaren Zeit (wird auch zum Hochfahren der  Festplatte
bentigt) einen Tastendruck simuliert und dadurch den Speichertest  des
Betriebssystems abbricht.  

Nun steht dem schnellstmglichen Hochfahren des Rechners und dem ordnungsgemen
Entgegennehmen einen Anrufes / Faxes nichts mehr im Wege!     

10. Probleme
Die am hufigsten auftretenden Probleme beim vollautomatischen Faxempfang mit
dem Computer sind Zeitprobleme!
Es dauert nun einmal eine gewisse Zeit bis nach dem Einschalten die Festplatte
betriebsbereit und der Computer hochgefahren ist. Auch die Faxsoftware braucht
mehr oder weniger lange, das Modem zu initialisieren, abzuheben, die Art des
Anrufes zu identifizieren und zu guter letzt die Verbindung aufzubauen.
Hier sind aber Grenzen gesetzt!
Ein Industriefaxgert wartet in der Regel nach dem ersten Klingelsignal ca. 60
Sekunden. Wenn dann kein FAXCONNECT zustandegekommen ist, wird die Prozedur
abgebrochen und nach einer gewissen Zeit (ca. 2-3 Minuten) ein erneuter Versuch
gestartet.
Es gilt also, Zeit zu sparen:
-> Man sollte die Einschaltverzgerung, die auf die Bereitschaft der Festplatte
wartet, so gering wie mglich halten!
-> Der Rechner sollte fr den automatischen Faxempfang in einer abgespeckten
Version hochgefahren werden (keine unntigen Accessories oder
Autoordnerprogramme)!
-> Die Software und/oder das Modem sollte so voreingestellt sein, da sofort
nach dem ersten eingehenden Klingelsignal abgehoben wird!
So manche Faxweichen knnen dem "Computerfaxer" das Leben ganz schn schwer
machen!
Zunchst einmal erfolgt die Computereinschaltung schon mit der Verzgerung, die
die Faxweiche nach dem Abheben fr die Anruferkennung bentigt. Das knnen schon
mal zwei entscheidende Klingelzeichen sein. Dann schaltet die Faxweiche (die
Telekom will es so...) nach dem achten Klingelsignal zum Faxgert (Modem) ab.
In besonders ungnstigen Konstellationen kann es sein, da man es einfach nicht
schafft, rechtzeitig die Faxverbindung herzustellen. Wenn dann alle
Optimierungsversuche nichts ntzen, bleibt nur die Hoffnung, da das anrufende
Faxgert einen zweiten Versuch unternimmt. Und den lassen wir uns dann nicht
durch die Lappen gehen!
Dazu verlngern wir einfach die im Abschnitt II,2 beschriebene
Ausschaltverzgerung von ca. 60 Sekunden auf eine Zeit von ca. 5-6 Minuten. Das
gibt das verwendete IC (74 HC 221) noch gut her, wenn man den Widerstand R4
vergrert            (5 Minuten = 510K / 6,5 Minuten = 680K).

11. STCKLISTE:

Widerstnde:
33K	R1,R2,R3,R5,R7,
	R13,R20
100K	R4,R25,R26,R8
4K7	R6,R10,R24
10K	R29
470K-Trimmer	R9
220K	R11
270	R12
2K2	R14,R15,R16,R17,
	R18,R21
1K	R19,R22
18K	R23
1M-Trimmer	R27
200K	R28

Kondensatoren:
1000MF/16V	C1,C6
0.33MF	C2
10MF/16V	C3
22MF/16V	C4,C9
100MF/16V	C8
4,7MF/16V	C5,C7
470nF	C10
47MF	C11
2,2MF/16V	C14
220nF	C12
10nF	C13
47nF	C15

Halbleiter:
74 HC 221	IC1,IC2,IC3
LM 741 CN	IC4
BC 238 o..	T1,T2,T3
BC 558 o..	T4
BC 547 o..	T5
1 N 4148 o..	D1,D2,D3,D4,D5,
		D6,	D7,D8 
1 N 4007	D9,D10,D11,D12 
ZPD27V, 1,3W	ZD1 
CNY 17	OK1,OK2 

Sonstiges: 
1 Blinkleuchtdiode	LED 1 
5 LOW-Current-LED (versch.Farben)
	LED 2,3,4,5,6 
1 Taster 1xUM	RT1 
1 Schalter 2xUM	S1 
1 Feinsicherung 0,2A + Halterung
	Si 
1 Trafo EI30 9V / 166mA	 
1 Brckengleichrichter B 40 C 800
	GR1 
1 ECM = Electret Condenser Mikrofon	 
1 Spannungsregler 6 Volt, 200mA	 
1 Relais 1xUM z.B. GBR10.1-11.06.
(6V/8A/250V)	Relais 1 
1 DIL-Relais 1xUM 
5V/200 Ohm	Relais 2 
1 elektr. Lastrelais  z.B. CRYDOM TD2410 +
Schutzkappe	ELR 
1 Anschluklemme (2pol.)	
( 1 passendes Gehuse )	

12. WAIT.PRG

	pea mes(PC)
	move.w #9,-(SP)
	trap #1
	addq.l #6,SP
empty:	move.w #11,-(SP)
	trap #1
	addq.l #2,SP
	tst.w D0
	beq.s re_time
	move.w #1,-(SP)
	trap #1
	addq.l #2,SP
	bra.s empty
re_time:	pea puf(PC)
	move.w #10,-(SP)
	trap #1
	addq.l #6,SP
	move.b puf+1(PC),D0
	beq.s read
	move.b puf+3(PC),time+1
	move.b #'0',time
	subq.b #2,D0
	bcs.s read
	move.b puf+2(PC),time
read:	clr.w -(SP)
	clr.w -(SP)
	move.w #1,-(SP)
	pea buf
	move.w #2,-(SP)
	move.w #4,-(SP)
	trap #13
	lea 14(SP),SP
	tst.w D0
	bne.s error
	move.w #$6038,buf
	lea buf+$3A,A0
	lea boot(PC),A1
	move.w #(fin-boot-1),D0
	cmp.w #511-$39,D0
	bcc.s error
loop:	move.b (A1)+,(A0)+
	dbra D0,loop
	move.w #1,-(SP)
	move.w #-1,-(SP)
	pea -1.w
	pea buf
	move.w #10,-(SP)
	trap #14
	lea 14(SP),SP
	clr.w -(SP)
	clr.w -(SP)
	move.w #1,-(SP)
	pea buf
	move.w #3,-(SP)
	move.w #4,-(SP)
	trap #13
	lea 14(SP),SP
	bra.s ende
error:	pea err(PC)
	move.w #9,-(SP)
	trap #1
	addq.l #6,SP
	move.w #8,-(SP)
	trap #1
	addq.l #2,SP
ende:	clr.w -(SP)
	trap #1
	
boot:	movem.l D0-A6,-(SP)
	tst.w $0446.w
	bne.s put
	pea message(PC)
	move.w #9,-(SP)
	trap #1
	addq.l #6,SP
	lea time(PC),A6
	moveq #0,D5
	moveq #0,D6
	move.b time(PC),D5
	sub.b #'0',D5
	move.b time+1(PC),D6
	sub.b #'0',D6
	mulu #10,D5
	add.w D6,D5
bloop:	move.l $04BA,D0
	divu #200,D0
	sub.w D5,D0
	bpl.s reset
	neg.w D0
	ext.l D0
	divs #10,D0
	add.b #'0',D0
	move.b D0,(A6)
	swap D0
	add.b #'0',D0
	move.b D0,1(A6)
	pea out(PC)
	move.w #9,-(SP)
	trap #1
	move.w #11,(SP)
	trap #1
	addq.l #6,SP
	tst.w D0
	beq.s bloop
*	bra.s put
reset:
*	move.w #$0202,$0446.w
put:	pea $0E0001
	trap #14
	addq.l #4,SP
	movea.l D0,A0
	addq.w #4,6(A0)
	movem.l (SP)+,D0-A6
	rts
out:	DC.B 13,'noch: '
time:	DC.B '15 sek',0
message:	DC.B 'Warten auf Festplatte, Abbruch mit'
	DC.B ' beliebiger Taste',10,13
	DC.B 27,'p',189,' J. Starzynski 1992 '
	DC.B 'Version 1.0 ',27,'q',13,10
	DC.B 'count down',10,0
fin:
err:	DC.B "Fehler aufgetreten!!!",13,10,0
mes:	DC.B 27,'EBitte Bootdiskette einlegen!!!'
	DC.B 13,10
	DC.B 'Gewnschte Wartezeit eingeben ('
	DC.B 'Standard: 15 Sek.):__',8,8,0
puf:	DC.B 2,0,'00 '
	BSS
buf:	DS.B 512
	END												
