GemDesk 1.0x - Anwenderkurzdokumentation
Volker Hemsen, 05.01.1996


Hallo Leute!

Habt Ihr in der letzten Zeit mal nach links und nach rechts geguckt?
Ganzschn einsam kommt man sich da als Atarianer vor, nicht wahr? Es ist
zwar nicht alles so toll wie es immer dargestellt wird, aber manchmal kann
man ganz schn neidisch werden, in meinem Fall auf die Programm-Manager von
OShalbe und WinDOwS. Der Original-Atari-Desktop und alle seine Verwandten
sind zwar unheimlich vielseitig und praktisch, aber zur Verwaltung von
diversen verschiedenen Programmen - evtl. auch in einem Multitasking-System
- sehr unpraktisch, denn wer kennt es nicht das ewige Suchen nach der
Programmdatei und wenn man sie auf dem Desktop abgelegt hat, wird der Icon
meistens von einem Fenster verdeckt, wenn man es starten will. Da hilft
auch eine Iconifizierung der Fenster nicht viel. Schlu mit den langen
Reden, hier kommt Ersatz: GemDesk verwaltet GEM- und TOS-Programme in
Programmgruppen. Jedes Programm und jede Gruppe bekommt ein Icon. Eine ge-
ffnete Programmgruppe wird als kleines Fensterchen dargestellt. Und das
ganze befindet sich in einem GEM-Fenster.

Und hier die Programmdaten im berblick:
- Verwaltung von fast beliebig vielen Programmen und Gruppen
- s/w-Icons als Alias fr alle Programme und geschlossenen Gruppen
- Programmstart durch Doppelklick
- diverse Programmparameter:
  - Ausrichten des GEMDOS-Pfades auf's Programm
  - unter Singletasking-TOS:
    - Programmstart mit pexec(0)
    - Bei Programmende knnen die Maus und die Fenster zurckgesetzt werden.
      Das ist eigentlich nur bei schlecht geschriebenen Programmen ntig!
    - shel_read() patchen, soda bei Start mit pexec() der Programm-
      pfad mit shel_read() erfragt werden kann. Macht z.B. papyrus so.
  - unter Multitasking-TOS (z.B. MiNT mit AES 4.0)
    - Programmstart mit shel_write(1) oder pexec(100) bei ARGV-Parametern
    - Automatisches Starten beliebig vieler Programme bei Programmstart
    - Starten von TOS-Programmen im Miniwin-Fenster
      bei shel_write(1) geht dies automatisch, bei pexec(100) wird die
      Environment-Variable TOSRUN ausgewertet
    - Einstellen der Proze-Prioritt bei Programmstart
  - bergabe einer Kommandozeile, incl. Aufruf von Dateiauswahlbox und
    Eintrag eines anwendungsspezifischen Pfades (s.u.)
- keine spezifische nderung der Environment-Variablen (auer bei ARGV)
- verbraucht incl. aller beiliegenden Icons ca. 280kByte RAM
- s/w-Icons in fast beliebiger Gre (Farbe dauert noch etwas)
- Eigene Icons knnen durch Vernderung der Resource-Datei ICONS.RSC ein-
  gebracht werden. In neueren Versionen (>=0.6) werden die Icons nicht mehr
  durch ihre Position in der Datei identifiziert, sondern anhand eines
  unverwechselbaren Iconnamen (Wird von GemDesk berprft!). Diesen geben
  Sie in ihrem RCS durch den Icontext an (also NICHT durch den NAMEN sondern
  durch den TEXT). Wenn kein Iconname vorhanden ist, wird die Iconposition
  benutzt, was eigentlich auch gut funktioniert, aber bei der Erweiterung
  der Datei zu Kompatibilittproblemen fhren kann.
- Die Sprache der Benutzeroberflche kann umgeschaltet werden. Maximal
  werden 10 verschiedene Sprachen untersttzt. Z.Zt. sind nur Deutsch
  und Englisch implementiert. Um weitere zu untersttzen braucht ledig-
  lich die Datei LANGUAGE.TXT erweitert werden. Sollte jemand hierzu
  Zeit und Lust haben, kann sie/er mir gern das Ergebnis schicken.
- bersicht mit allen Prozessen: Das Einstellen der Proze-Prioritt,
  das Terminieren und das Abspeichern von Startwerten ist mglich.
- Anzeigen und Verndern der Programm-Header-Flags (installierter oder
  anderer beliebiger Programme) wie z.B. fr Fast-Load, Nutzung des
  TT-RAMs, des RAM-Speicherschutzes unter MiNT.
- Lange Dateinamen (wie z.B. bei Minix unter MiNT) werden untersttzt,
  sofern ein entsprechender Dateiauswahldialog installiert ist.

Und so funktioniert es:
Einfach die Dateien GEMDESK.APP, GEMDESK.PAR, GEMDESK.INF und ICONS.RSC
in einen beliebigen Ordner kopieren. GemDesk findet den Programmpfad ber
die Environment-Variable 'gemdesk', durch Benutzung von shel_find() oder
ber den aktuellen Pfad. Also bei lteren TOS-Versionen den Pfad bei
Programmstart entsprechend ausrichten lassen.
Nach dem Start sollte ein Desktop-hnliches Fenster erscheinen, in der
bereits einige beigelegte kleine Progrmmchen installiert sind. Unter
dem Menpunkt Edit findet Ihr die blichen Funktionen wie einfgen,
editieren und lschen um die Programmgruppen und Programme zu bearbeiten.
Hierbei ist nur darauf zu achten, das alle Funktionen fr die Gruppen
gelten, wenn kein Programm ausgewhlt ist. Andersherum gelten sie nur
fr Programme, wenn ein ebensolches ausgewhlt wurde. Bsp.: Eine neue
Programmgruppe legt man an, indem man irgendwo ins weie Fenster klickt
und nun editieren bettigt. Eine Programmgruppe verndert man, indem man
sie aktiviert und alle Programme durch einen Klick ins Weie eines
Gruppenfensters deaktiviert.

Die Dialoge knnen alle im Hintergrund bedient werden. Hierzu wird die
rechte Maustaste verwendet. Die linke gilt in der Regel nur fr das
vordere Fenster.

Jedem installierten Programm kann eine Kommandozeile bergeben werden.
Dies kann statisch oder dynamisch erfolgen. Statisch heit, da immer die
selbe bergeben wird. Sie knnen GemDesk vor jedem Start die Kommando-
zeile abfragen lassen und auch automatisch einen Pfad per Fileselectbox
abfragen lassen. Hierzu mssen Sie in der Kommandozeile einen Platzhalter
mit folgender Syntax eingeben: 'FS:name.ext'. 'FS:' steht fr den Aufruf
der Fileselectbox und der Frage nach der Datei 'name', die die Extension
'ext' haben soll. Statt 'FS:' kann auch einfach '~' oder '^' bergeben
werden. Zur Verdeutlichung ein Beispiel: Sie wollen beim Starten eines
Resource-Editors einen Dateipfad bergeben: 'FS:Resourcedatei.RSC'. Oder
zum Abfragen einer Textdatei: 'FS:ASCII-File.TXT'. Oder einfach eine
beliebige Datei: 'FS:.' oder 'FS:' oder '^' oder '~'.
Ohne Verwendung des ARGV-Verfahrens zur bergabe langer Kommandozeilen darf
die komplette Kommandozeile nicht lnger als 125 Zeichen lang sein. Mit
ARGV darf bei GemDesk die Kommandozeile maximal 4kB lang sein. Das sollte
reichen, da der bergabestring eh' nur 255 Zeichen aufnehmen kann. In einer
Multitasking-Umgebung wird erwartet, da die Programme den Speicherbereich
sofort nach dem Start auswerten oder kopieren. (MiNT oder zumindest MiniWin
machen das scheinbar von allein.) Um dieses Verfahren zu verwenden mu das
DOS-Environment verndert und entsprechend neu bergeben werden. Mir ist
z.Zt. nicht bekannt, ob es shel_write() geht!? Aus diesem Grund wird das
Programm dann mit pexec(100) gestartet.

Das Programm wurde auf einem 1040ST mit Pak 68/3 in s/w-Bildschirmdar-
stellung geschrieben und mit TOS 3.06 und MultiTOS-AES 4.0/MiNT 1.12 getes-
tet. An einigen Stellen wurde auf MagX! und AES 4.1 zcksicht genommen. Ich
hoffe, da es mit allen anderen Rechnern und Betriebsystemen keine Probleme
gibt, und wenn, dann ist es nicht beabsichtigt.

Am Schlu sollte noch erwhnt werden, wo Ihr ein Update von GemDesk
herbekommen knnt: GemDesk ist Shareware, d.h. Ihr knnt fr 20 DM ein
registriertes Update bekommen. Schreibt an:

                     Volker Hemsen
                     Gremskampstrae 3
                     23714 Malente

Fr Lob, konstruktive Verbesserungsvorschlge oder Fehlermeldungen bin
ich auch sehr dankbar.

Tschau, Volker



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